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Marketingmaterialen erfolgreich automatisiert erstellen

Das Potsdamer Start-up CI-HUB treibt die Automatisierung im Marketing voran und integriert CRM, DAM, PIM und CMS - ein Interview.
marketing-BÖRSE | 12.03.2020
Andreas Michalski, CEO von CI HUB © CI HUB
 

Andreas Michalski, CEO von CI HUB im Interview mit Yannik Sulzbacher, marketing-BÖRSE.

 

Erst vor wenigen Wochen konnte sich das aus Potsdam stammende MarTech Start-up CI HUB, in ihrer ersten Finanzierungsrunde, eine Förderung im siebenstelligen Bereich sichern. Während Marketer heute oft noch viel Zeit damit verbringen alle benötigten Assets aus verschiedenen Systemen zusammenzutragen, will CI HUB diese Aufgabe künftig automatisieren. Mithilfe einer Cloud-Software sollen CRM-, DAM- und Pim-Systeme verbunden werden. In Zukunft soll das Plug-in in allen relevanten Marketinganwendungen verfügbar sein. Das erleichtert die Erstellung von Werbematerialien und spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Das Einsparungspotential soll alleine in Deutschland bei 3 Milliarden Euro liegen.

 

Was steckt hinter Ihrem neuen Projekt CI HUB?

 

Kurz gesagt entwickelt CI HUB eine Software-Plattform, die es Anwendern über vorhandene Marketinganwendungen hinweg ermöglicht, Marketingmaterialien in einem Bruchteil der bisherigen Zeit zu erstellen.

Bekanntlich möchten sich Unternehmen heute auf allen Kanälen und in allen Märkten in einem einheitlichen Design präsentieren. Für Marketingverantwortliche und Mitarbeiter beauftragter Agenturen bedeutet das einen immensen Aufwand. Denn sie müssen die passenden Vorlagen aus Datenbanken fischen und in ihre Dokumente einpflegen. CI HUB macht viele bislang manuelle Schritte überflüssig. Wir treiben also die Automatisierung im Marketing voran. Allein in Deutschland lassen sich dadurch jährlich bis zu drei Milliarden Euro einsparen.

 

Wie muss denn heute ein Anwender arbeiten?

 

Oft müssen die Nutzer ihre eigentlichen Arbeitstools erst verlassen, anschließend in einem Webbrowser nach Marketing Assets suchen und diese herunterladen, um sie dann in ihrem Arbeitsprogramm – wie zum Beispiel Adobe InDesign/Photoshop/Premiere-pro oder Microsoft PowerPoint – zu verwenden. Das ist weder ein effizienter Arbeitsprozess noch für den Benutzer eine gute Lösung.

Für Anwender geht es vielmehr darum, Systeme zur Verfügung zu haben, die sie bestmöglich bei ihren Aufgaben unterstützen. Die Kollaboration zwischen System und Mensch ist bei der Marketing Automatisierung daher immens wichtig. Es gibt heute zwar Lösungen, die einen Workflow organisieren, aber nur wenige, die die unterschiedlichen Datenquellen auch konsolidieren. Derzeit speichern Unternehmen die Kundendaten üblicherweise in einer Customer-Relationship-Management-Lösung (CRM), Bilddaten in einem Digital-Asset-Management-System (DAM), Produktdaten auf einer Produkt-Information-Management-Plattform (PIM) und so weiter. Hinzu kommen noch Bildagentur-Inhalte von Getty Images oder Adobe Stock und Datensilos in der Cloud – etwa Dropbox oder Google Drive. Da kommen also unzählige Quellen und Daten zusammen.

 

Wie genau funktioniert Ihr Tool und inwiefern unterscheidet es sich von schon existierenden Lösungen?

 

Uns geht es darum, die Inhalte unterschiedlicher Quellen zusammenzuführen. CI HUB arbeitet systemübergreifend: einerseits bei den Datenquellen, andererseits auch in der Arbeitsumgebung. Denn die Anwender im Unternehmen oder in einer Agentur können mit CI HUB auf alle bereitgestellten Inhalte über ein einheitliches Frontend zugreifen, das sich in jede Arbeitsumgebung integrieren lässt – gleich ob in Adobe-Programmen wie Photoshop, InDesign, Illustrator oder Premiere Pro oder in Microsoft PowerPoint. Im Ergebnis bleibt also der Anwender in seiner präferierten Arbeitsumgebung und erhält automatisch die aktuellsten und freigegebenen Inhalte, die er für seine Aufgabe benötigt.

CI HUB dreht also das aktuelle Szenario um: Anstatt dass der Anwender wie bisher unterschiedliche Systeme einsetzt und zwischen diesen hin und her springt, macht CI HUB diese Arbeit und unterstützt ihn, indem es eine universelle Sicht auf verschiedene Datenquellen liefert.

Ein Beispiel: Erstellt ein Vertriebsmitarbeiter vor Ort eine Präsentation, werden ihm direkt in PowerPoint passende Bilder vorgeschlagen. Zieht er ein Foto in das Dokument, werden automatisch die aktuellen technischen Daten zum Produkt und Preise ergänzt. Möglich macht dies CI HUB, indem es die relevanten Informationen aus anderen Programmen zusammenträgt und durch sein Plug-in zur Verfügung stellt – etwa in PowerPoint oder Adobe InDesign. So muss der Benutzer nicht umlernen – und alle Funktionen sind immer da.

 

Sie haben sich gerade erst in einer Finanzierungsrunde Investitionen im siebenstelligen Bereich sichern können, wie geht es jetzt weiter?

 

Die erste Finanzierung durch Investoren war ein wichtiger Schritt für uns. Sie zeigt uns, dass auch Geldgeber an unsere Geschäftsidee glauben. Vor allem aber nehmen wir nun deutlich Fahrt auf: So werden wir beispielsweise unsere Plug-ins für die Microsoft-Welt bereits im zweiten Quartal und nicht erst Ende 2020 einführen können. Darüber hinaus werden wir die Mittel nutzen, um unsere Plattform weiter zu verbreiten und neue Systeme und Partner einzubinden. Die Investoren bringen auch selbst ein hervorragendes Netzwerk mit, das uns beispielweise beim Recruiting zugutekommen wird.

 

Wie hilft Ihnen Ihre langjährige Erfahrung als Team in der schnelllebigen Start-up-Welt?

 

Unsere langjährige Erfahrung hilft uns heute enorm, vor allem die tiefe technologische Expertise sowie unser über Jahrzehnte gewachsenes, hochkarätiges Netzwerk. Insgesamt bringt unsere Geschäftsführung mehr als 60 Jahre Branchenerfahrung mit. Das ist ein starker Wettbewerbsvorteil, da wir den Markt und dessen Anforderungen aus dem Effeff kennen und genau wissen, wo die Painpoints in den Prozessen liegen.

 

Sie wollen in Zukunft auch KI-Elemente in Ihr Tool mit einbinden, welchen Zweck sollen diese erfüllen?

 

KI ist ein wichtiger Teil unserer Entwicklung. Zum einen werden wir den Benutzern beim Gestalten von Marketingmaterial direkt Vorschläge unterbreiten können – etwa wie ein Layout gut funktionieren kann und Relevanz erzeugt. Darüber hinaus wird es eine Reihe von „InAppRobotics“ geben, die wiederkehrende Aufgaben übernehmen können.

Auch solche Aufgaben, die heute Zeit und Aufwand bedeuten, aber für den Benutzer wenig Spaß bringen – die sogenannten Monkey Jobs –, wird künftig CI HUB übernehmen. So kann sich der Nutzer künftig voll auf die anspruchsvollen, kreativen Aspekte seiner Tätigkeit konzentrieren.

 

Auf was können wir uns in Zukunft noch einstellen?

 

Zum einen stehen der weitere Ausbau der Plattform in Richtung Dashboard und die Integration von Workflows auf der Agenda. Das ist ein Bereich, der den Anwendern sofort einen hohen Nutzen bringt. So muss er nicht einmal mehr nach seinen Assets suchen, denn die sind direkt mit dem Arbeitsauftrag verbunden.

Zum anderen werden wir in Zukunft viele Funktionen für die Automatisierung liefern. Die CI-basierte Layout Suggestion wird ein großes Thema – gerade, um die Themen Werbung on Demand, Hyperpersonalisierung und OneSpotOneTime weiter zu treiben.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

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